Zecken

Gefahr auf acht Beinen – und ihre überraschende Rolle in der Natur

Allgemeines über Zecken
Zecken gehören innerhalb der Familie der Spinnentiere zu den Milben und verfügen daher über acht Beine. Zecken ernähren sich vom Blut ihres Wirtes und gehören somit zu den Parasiten. Waldränder, Waldlichtungen, Waldwege, üppige Gräser, Sträucher und Büsche sowie hohes Gras- und Buschland gehören zu den favorisierten Lebensräumen der Zecken. In der Schweiz kommen Zecken auf einer Höhe von bis zu 2000 Metern über Meer vor. Ab einer Temperatur von 8 Grad Celsius sind Zecken aktiv, bei tieferen Temperaturen fallen sie in eine Art Winterstarre. Kommt es im Winter zu einer wärmeren Phase, sind Zeckenstiche auch in dieser Jahreszeit nicht ausgeschlossen.
In der Natur leben Zecken durchschnittlich drei bis fünf Jahre. Bei einem Laborversuch überlebten Zecken jedoch bis zu zehn Jahre ohne Nahrung, nachdem sie sich mit Blut vollgesaugt hatten.

Fortpflanzung und Entwicklung
Bei der Paarung klettert das Männchen unter den Bauch des Weibchens, das sich auf einem Wirt festgeklebt hat und Blut saugt, um genügend Energie für die bevorstehende Eiablage zu gewinnen. Das Männchen stirbt nach der Paarung, das Weibchen nach der Eiablage.
Die Zecke entwickelt sich von der Larve zur Nymphe hin zur ausgewachsenen Zecke. In jedem Entwicklungsstadium müssen Zecken einmal Blut saugen. Hierfür sucht die Zecke sich einen geeigneten Wirt. Um eine passende Einstichstelle zu finden, klettert sie oft stundenlang umher. Bevorzugt werden dünne Hautpartien wie die Bauch- und Lendenregion, die Kniekehlen oder bei Kindern der Haaransatz. Haben sie eine geeignete Stelle gefunden, ritzt die Zecke mit ihren Klauen eine kleine Öffnung in die Haut und verankert ihren Saugrüssel mit einem Widerhaken darin. Beim Stich sondert sie ein betäubendes Sekret ab, wodurch der Wirt den Stich selten bemerkt. Eine ausgewachsene Zecke kann nach einer einzigen Mahlzeit das 100-200-fache ihres Gewichts erreichen.

Krankheitsübertragung durch Zecken
Es gibt zahlreiche Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden. Zwei gefährliche und häufige Erkrankungen sind die Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). 5–30 % der Zecken sind Träger des Bakteriums, welches die Lyme-Borreliose verursacht. Ungefähr 10’000 Menschen erkranken in der Schweiz jährlich an dieser Krankheit. Antibiotika können bei rechtzeitiger Entdeckung als wirksames Gegenmittel eingesetzt werden.
0.5 % der Zecken tragen den FSME-Erreger in sich. 100–250 registrierte FSME-Erkrankungen gibt es jährlich in der Schweiz, Tendenz steigend. Gegen FSME gibt es eine wirksame Impfung.
Mittlerweile gilt die gesamte Schweiz als Risikogebiet für Borreliose. Für FSME ist nur der Kanton Tessin ausgenommen.
Auf [www.zecken-stich.ch](http://www.zecken-stich.ch) findet man weitere Informationen zum Schutz vor Zecken sowie zu Symptomen und Behandlung von Zeckenstichen.

Bedeutung der Zecken im Ökosystem
Neben all ihren für uns unangenehmen Seiten haben Zecken auch einen Nutzen. Sie sind, wie alle grossen und kleinen Lebewesen, wichtig für das Gleichgewicht der Natur. Zum einen dienen sie als wichtige Nahrungsquelle für andere Lebewesen wie beispielsweise Vögel. Zudem regulieren sie die Bestände in einzelnen Regionen und sorgen dafür, dass sich keine Art ungehindert ausbreiten kann.
Langfristig stärken die Zecken sogar das Immunsystem von anderen Lebewesen. Führt eine zufällige Veränderung des Erbgutes dazu, dass das Lebewesen den Zeckenbefall übersteht, wird diese Eigenschaft an die Nachkommen weitergereicht, welche dann wiederum resistent gegen die Zecken sind. Somit beschleunigen Zecken evolutionäre Entwicklungen und sorgen dafür, dass in erster Linie die vitalen Individuen überleben.

Quellen:
geo.de
nabu.de
zecken-stich.ch
Foto: pixabay.com, Autor: Erik\_Karits