Wohlfahrt

Von einem Spaziergang mit der Familie oder dem Hund, über Sport beim Joggen und Biken bis hin zur Inspiration für neue Ideen – der Wald hat für die Schweizer Bevölkerung einen hohen Stellenwert. Er dient den Menschen als wichtiger Erholungs- und Freizeitraum.

Der Bund führt periodisch repräsentative Umfragen bei der Schweizer Bevölkerung durch. Im Jahr 2020 wurden zusätzlich rund 1'000 Erwachsene im Kanton St.Gallen befragt. Die Befragung zeigt, dass die Hälfte der St.Galler Bevölkerung von Frühling bis Herbst mindestens ein bis zwei Mal pro Woche den Wald besucht. Im Winter sind es 30%, die den Wald so häufig besuchen. Am häufigsten nennen die antwortenden Personen für den Besuch Motive, die unter dem Begriff «Entspannen» zusammengefasst werden können: Die Natur erleben, die gute Luft geniessen, etwas für die Gesundheit tun oder dem Alltag entfliehen. Ein Waldbesuch spricht alle Sinne an und viele Menschen fühlen sich danach entspannter und zufriedener. Der Aufenthalt in der Natur wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden aus, fördert das Gefühl von Ruhe und die gute Laune. Besonders in der heutigen hektischen und digitalen Welt schafft ein Waldbesuch Ausgleich und entschleunigt.

Die Nutzung der Wälder für die Erholung unterscheidet sich je nach Standort vor allem hinsichtlich Häufigkeit und Dauer des Besuches. Stadtnahe Wälder werden öfters besucht, die Verweildauer ist jedoch kürzer. In eher ländlichen Gegenden besuchen die Menschen den Wald weniger oft, dafür bleiben sie länger.

Dass der Wald bewirtschaftet und gepflegt werden muss, damit er vor Naturgefahren schützt, ist vielen bekannt. Die Nutzung des Waldes für Erholung und Freizeit erfordert aber ebenfalls eine regelmässige und gezielte Waldpflege. Es braucht zum Beispiel Eingriffe, welche die Baumartenvielfalt begünstigen. Die Baumartenvielfalt unterstützt die Biodiversität und stärkt die Widerstandsfähigkeit des Waldes gegenüber Störungen. Für die Erholungsnutzung bereichert die Vielfalt das Naturerlebnis und bietet eine attraktive Kulisse, die als ästhetisch empfunden wird. Eine weitere wichtige Aufgabe in der Waldpflege im Hinblick auf die Erholungsnutzung ist die Sicherheitsholzerei. Damit die Waldbesuchenden ihren Aufenthalt im Wald geniessen können, wird durch diese die Gefahr von umstürzenden Bäumen und herabfallenden Ästen verringert.

In der Schweiz gilt grundsätzlich das freie Betretungsrecht (Art. 699 ZGB). Dies heisst aber nicht, dass es keine Einschränkungen gibt. Einerseits ist das Betreten des Waldes und das Sammeln von Beeren sowie Pilzen nur im «ortsüblichen Umfang» erlaubt und soweit keine namhaften Schäden am Wald verursacht werden. Andererseits sind die Kantone dazu verpflichtet, die Zugänglichkeit so zu regeln, dass der Wald und seine Funktionen erhalten bleiben. So ist z.B. der motorisierte Verkehr auf Waldstrassen verboten. Ausnahmen gibt es da nur für die Land- und Forstwirtschaft.

Zudem gibt es sogenannte «Wildruhezonen», die auch den Wald betreffen und gerade im Winter ein wichtiges Instrument zum Schutz unserer Natur sind. Sie ermöglichen ein Nebeneinander von Menschen und Wildtieren. Wildtiere müssen im Winter unter zum Teil harten Bedingungen überleben. Ihr Stoffwechsel ist im Wintermodus. Werden sie durch Menschen gestört, die sich abseits von Wegen oder Pisten bewegen, wird es für die Tiere oft lebensbedrohlich. Deshalb sollten die Regelungen in Wildruhezonen oder anderen Schutzgebieten beachtet werden und die Aktivitäten entsprechend auf markierte Pisten und Wege beschränkt bleiben. Hunde sollten an der Leine geführt werden. Den Tieren zuliebe! Eine Übersicht mit rechtskräftigen Wildruhezonen und den entsprechenden Bestimmungen findet sich unter: Karte - Wildruhezonen

 

Quellen / weiterführende Infos:
Bevölkerungsumfrage «Waldmonitoring soziokulturell» – WaMos3 | sg.ch
Ein Ort für Erholung und Freizeit - waldnutzen
Waldbesuche sind gut für die Gesundheit
Freizeit Wald
Darf der Wald überall frei betreten werden | Wald Schweiz
Wildruhezonen - respektiere deine Grenzen | sg.ch

Bildquelle:
Kantonsforstamt SG, Rolf Sieber