Knappes Nahrungsangebot im Winterwald
Wie Wildtiere über den Winter kommen
Kurze Tage, kalte Temperaturen und Schnee prägen die Wintermonate. Während sich viele Menschen über die verschneiten Landschaften freuen, beginnt für Tiere eine besonders herausfordernde Zeit. Nahrung ist knapp und nährstoffarm, Schnee erschwert die Nahrungssuche und die kurzen Tage schränken die Zeit ein, in der sie aktiv sein können. Um diese Monate zu überstehen, ist es für Tiere entscheidend, möglichst viel Energie zu sparen. Zu diesem Zweck haben sie verschiedene Überlebensstrategien entwickelt. Einige Tiere, wie beispielsweise der Igel, halten im Winter Winterschlaf, während andere Arten, wie Insekten, in Winterstarre fallen. Zudem gibt es Tiere wie das Eichhörnchen, welche in die Winterruhe gehen. Jedoch gibt es Tiere, welche im Winter aktiv bleiben. Diese haben clevere Anpassungen entwickelt, um Energie zu sparen. Dazu gehören das Anlegen von Fettreserven und Einhalten von Ruhephasen, in denen sie ihre Körpertemperatur und Pulsfrequenz senken. Gleichzeitig müssen sie jedoch weiterhin Nahrung finden. Doch was steht auf dem Speiseplan, wenn nichts wächst oder blüht?
Der Eichelhäher zum Beispiel bereitet sich gezielt auf den Winter vor, indem er vorab Vorräte anlegt. Sein Vorrat besteht aus grossen Mengen an Nüssen, Samen und, dem Namen entsprechend, Eicheln. Diese verstecken sie in Löchern oder unter Baumwurzeln. Im Winter macht sich der Eichelhäher dann auf die Suche nach seinen Vorräten. Dank seines ausgezeichneten Gedächtnisses kann er die meisten wiederfinden. Dennoch kann es vorkommen, dass einige Vorräte vergessen werden. Diese beginnen zu keimen und leisten einen wertvollen Beitrag zur natürlichen Waldverjüngung.
Auch der Fuchs bleibt im Winter aktiv. Als Allesfresser ist er flexibel und ernährt sich von Vögeln und Aas bis hin zu Beeren und Nüssen. Dies ist im Winter von Vorteil, denn so stehen ihm mehr Nahrungsquellen zur Verfügung. Sein feines Gehör hilft dem Fuchs selbst Beute unter der Schneedecke aufzuspüren. Charakteristisch ist sein hoher Sprung, mit dem er gezielt in den Schnee eintaucht, um seine Beute zu fangen. Listig wie der Fuchs ist, kann es auch vorkommen, dass er sich an den Vorräten anderer Tiere bedient.
Rehe hingegen sind reine Pflanzenfresser und sind daher im Winter deutlich eingeschränkt. Sie ernähren sich von Knospen, Flechten, Nadeln und Ästen. Diese rohfaserreiche Nahrung hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Einerseits ist sie leichter verdaulich und erfordert daher weniger Energie, andererseits ist die Nahrung selbst energiearm. Da sich ihre Ernährung hauptsächlich auf Pflanzen konzentriert, führt dies vor allem im Winter und Frühjahr zu starkem Verbiss, insbesondere an jungen Bäumen, was die Waldverjüngung gefährdet.
Für Tiere ist es lebenswichtig im Winter so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen und sich auf die Nahrungssuche zu konzentrieren. Durch Störungen verursachter Stress kostet den Tieren viel Energie und schwächt sie. Es ist daher wichtig, Wildruhezonen zu respektieren und zu vermeiden die Tiere im Winter zu stören.