Der Buchdrucker
Kleine Käfer, grosse Gefahr für Fichtenwälder
Immer öfter sieht man dürre Bäume und weite Flächen mit toten Fichten, dies kann nur eines bedeuten. Der Buchdrucker, einer von vielen Borkenkäfern, ist unterwegs.
Er ist eine von 117 bekannten Borkenkäferarten in der Schweiz und aufgrund der von ihm verursachten erheblichen Schäden der wirtschaftlich bedeutendste Borkenkäfer.
Lebensweise und Schäden
Der Käfer ist ein dunkelbrauner, 5 Millimeter langer Käfer, der fast ausschliesslich Fichten befällt. Das Männchen bohrt sich unter die Rinde der Fichten und legt eine Brutkammer an. Mit Pheromonen lockt es mehrere Weibchen an, die dann bis zu 20 Eier ablegen. Durch die Ernährung der Larven und später Jungkäfer, die sich zwischen Rinde und Holz hindurchfressen, wird jedoch der Saftfluss in der Rinde unterbrochen und die befallenen Bäume sterben ab. Bei Temperaturen um 16 Grad beginnen die aus Larven herangewachsenen Jungkäfer auszufliegen und legen neue Generationen in anderen Fichten ab. Die Borkenkäfer können sich über wenige Meter bis zu tausend Meter ausbreiten, und je nach Höhenlage werden pro Jahr etwa ein bis zwei Generationen produziert. Unter günstigen Bedingungen neigen sie dazu, sich massenhaft zu vermehren, was zu einem weit verbreiteten Baumsterben führt.
Fichten verfügen jedoch über einen natürlichen Abwehrmechanismus gegen Schädlinge. Sie wehren eindringende Insekten mit Harz ab. Dieser Schutz funktioniert jedoch nur bei gesunden, starken Bäumen. Sind die Bäume geschwächt oder krank, ist ihre Abwehrkraft vermindert, sodass die Borkenkäfer leichter eindringen können.
Einfluss des Klimawandels
Durch den Klimawandel werden Fichten zunehmend anfälliger. Die Temperaturen steigen und die Jahre werden immer trockener und wärmer. Dies führt zu Trockenstress bei den Bäumen und macht sie anfälliger für Befall. Gleichzeitig begünstigen warme Temperaturen die Entwicklung von Borkenkäfern. Diese können sich dadurch schneller entwickeln, früher schwärmen und mehrere Generationen pro Jahr hervorbringen.
Verstärkter Windwurf begünstigt ebenfalls die Ausbreitung des Buchdruckers, da umgestürztes Holz ideale Brutbedingungen bietet. Darüber hinaus breitet sich der Käfer zunehmend in höheren Lagen aus. Dies ist nicht nur für die dortigen Fichtenwälder problematisch, sondern auch für den Menschen. Fichtenwälder im Hochgebirge erfüllen wichtige Schutzfunktionen, beispielsweise gegen Steinschlag und Lawinen. Werden diese Wälder durch Käferbefall geschädigt, sind ihre Schutzfunktionen eingeschränkt oder nicht mehr ausreichend gewährleistet.
Bekämpfung und Prävention
Um den Buchdrucker langfristig einzudämmen, sind vor allem präventive Massnahmen entscheidend. Dazu gehört es, Monokulturen zu vermeiden und anstelle reiner Fichtenbestände vermehrt auf Mischwälder mit Laubbäumen zu setzen. Solche Bestände sind stabiler und weniger anfällig für grossflächige Schäden.
Wird dennoch ein Befall festgestellt, muss schnell gehandelt werden. Frisch befallene Fichten sollten so schnell wie möglich entfernt werden, bevor die Käfer wegfliegen und andere Bäume befallen. Sind die Bäume bereits vollständig kahl, ist es für wirksame Gegenmassnahmen meist zu spät. Daher ist eine frühzeitige Erkennung besonders wichtig.
Für eine bessere Erkennung wird zunehmend der Einsatz von Spürhunden getestet. Diese Hunde können die Pheromone des Borkenkäfers wahrnehmen und so einen Befall frühzeitig anzeigen.
Der Buchdrucker zeigt, wie selbst ein winziger Käfer unseren Fichtenwäldern grossen Schaden zufügen kann. Durch vorbeugende Massnahmen und schnelles Eingreifen lässt sich seine Ausbreitung jedoch eindämmen.